Rückblick und Ergebnisse der ÖBG Jahrestagung 2016


Jahrestagung und Exkursion der ÖBG am 22. und 23.9.2016 in Kooperation mit der LK Tirol


Thema: „Boden begreifen“

Sorgsamer Umgang mit der endlichen Ressource Boden ist nichts Selbstverständliches. Vielen Menschen sind die vielfältigen Funktionen und Leistungen, die der Boden erbringt, nicht bewusst. Im Rahmen der heurigen Jahrestagung stellte die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft daher Initiativen vor, die Bodenbewusstsein und Bodenwissen in die Gesellschaft tragen.

In den eingeladenen Vorträgen wurde die globalen Zusammenhänge zum Thema Boden beleuchtet und die Aktivitäten zur Vermittlung von Bodenwissen im Europäischen Bodenbündnis, in Deutschland, der Schweiz und in Österreich an verschiedene Zielgruppen vorgestellt.

Eine Postersession und ein Vortragsblock zu Nährstoffverlusten in der europäischen Landwirtschaft und deren Folgewirkungen, äolischen Sedimenten in den Nördlichen Kalkalpen, Auswirkungen chemischer und biologischer Pflanzenschutzmittel auf die aktive Bodenpilzgesellschaft und den Herausforderungen für den Bodenschutz auf Großbaustellen bildeten den ersten Veranstaltungstag.

Die Exkursion unter der Leitung von Max Kuderna (wpa Beratende Ingenieure GmbH) und Hans Gschließer (Finanzbodenschätzung Tirol) zeigte Böden im Umland von Innsbruck. Bei der Bodendeponie Ampass des Brenner Basistunnels wurden Zwischenlagerung von Ober- und Zwischenboden unter teilweise beengten Verhältnissen auf einer alpinen Großbaustelle sowie erste rekultivierte Bereiche (inkl. Bodenprofil einer Braunerde) gezeigt. Danach konnte an der ÖBB-Unterinntalstrecke in Baumkirchen das Ergebnis einer länger zurückliegenden Rekultivierung (ca. 5 Jahre) betrachtet werden (inkl. Bodenprofil eines Grauen Aubodens). Abschließend wurde im Gemüseanbaugebiet in Thaur ein Feuchtschwarzerdeprofil der Finanzbodenschätzung (BMSt 153) besichtigt und diskutiert.

Im abschließenden Vortagsblock wurden die Weitergabe von Bodenwissen durch die AGES, Gedanken des BFW zur Themenauswahl für die Wissenschaftsbeilage Heureka der Wochenzeitung Falter und die Erfahrungen aus Lehrgängen zum kommunalen Bodenschutzbeauftragten des Klimabündnisses Österreich präsentiert.

In der abschließenden Diskussion zum Thema „Boden begreifen“ wurde festgestellt, dass der Boden als Thema in der Gesellschaft angekommen ist, wobei das internationale Jahr des Bodens 2015 dazu wesentlich beigetragen hat. Die ÖBG und ihre kooperierenden Fachorganisationen haben in den letzten Jahren viele Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung auf den Weg gebracht. Eine auf die Zielgruppe(n) abgestimmte Aufbereitung des Themas Boden und Bewerbung ist erforderlich. Boden in Ausbildungsprogrammen für Gemeinden oder in der Baubegleitung, im Schulunterricht als auch mit Hilfe von Citizen Science zu vermitteln wurde als Herausforderung für die Zukunft gesehen. Die Stärke der kooperativen Zusammenarbeit in der ÖBG und die ausgerufene internationale Dekade des Bodens (2015-2024) sollten dafür genutzt werden.

_______________________________________


_______________________________________